Schnarchen und nicht erholsamer Schlaf
Wenn Schnarchen den Schlaf stört: Warum du morgens nicht erholt bist
Du schläfst genug. Vielleicht acht Stunden oder sogar mehr. Und trotzdem wachst du morgens auf und fühlst dich nicht erholt.
Nicht richtig wach. Nicht wirklich ausgeruht. Eher so, als hätte dein Körper die ganze Nacht gearbeitet.
Vielleicht schnarchst du.
Schnarchen wird oft verharmlost. „Das kommt halt mit dem Alter.“ Oder man macht einen Witz darüber und sagt, jemand habe die ganze Nacht „Bäume gefällt“ oder „Holz gesägt“.
Aber genau dieses Bild passt eigentlich sehr gut.
Stell dir vor, du würdest acht Stunden lang Holz sägen. Würdest du dich am nächsten Morgen erholt fühlen?
Wahrscheinlich nicht.
Beim Schnarchen arbeitet dein Atemsystem nicht völlig ruhig. Die oberen Atemwege können enger werden, die Luft strömt durch einen kleineren Raum und Gewebe im Mund- und Rachenbereich beginnt zu schwingen.
So entsteht das typische Schnarchgeräusch. Gleichzeitig kann Schnarchen ein Hinweis darauf sein, dass deine Atmung im Schlaf nicht frei und entspannt abläuft.
Schnarchen ist mehr als ein zurückfallender Kiefer
Häufig wird Schnarchen damit erklärt, dass der Unterkiefer im Schlaf nach hinten rutscht oder die Kiefermuskulatur erschlafft.
Aber eine entspannte Kiefermuskulatur ist im Schlaf grundsätzlich wichtig. Der Körper soll zur Ruhe kommen. Die Frage ist deshalb nicht nur, ob der Kiefer nach hinten rutscht.
Die wichtigere Frage ist: Was hält den Kiefer und den oberen Atemweg im Schlaf stabil?
Manchmal wird der Kiefer künstlich unterstützt, zum Beispiel durch Schienen. Das kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein und gehört fachlich abgeklärt.
Eigentlich ist dafür aber nicht die Kiefermuskulatur allein vorgesehen. Eine wichtige Rolle spielt die Zunge.
Wenn die Zunge in Ruhe gut am Gaumen liegt, kann sie den Mundraum und den oberen Atemweg mit stabilisieren. Fehlt dieser Zungen-Gaumen-Kontakt, kann sich das auf die Atmung im Schlaf auswirken.
Deshalb lohnt es sich, beim Schnarchen nicht nur auf das Geräusch zu achten, sondern auch auf Zungenruhelage, Mundatmung und die oberen Atemwege.
Mundatmung, Atemwege und Atemaussetzer
Bei Mundatmung verändern sich die Bedingungen im Mund- und Rachenraum. Wird viel Luft bewegt und ist der obere Atemweg gleichzeitig eng, muss das Atemsystem mehr arbeiten.
Schnarchen kann aber auch bei Nasenatmung auftreten. Entscheidend ist, wie frei der obere Atemweg während des Schlafes bleibt.
Solange noch Luft hindurchströmt, hören wir möglicherweise „nur“ Schnarchen. Wird der Atemweg enger, nimmt der Luftstrom ab. Verschließt sich der Atemweg vollständig, kommt es zu einer Apnoe. Die Atmung setzt für eine bestimmte Zeit aus.
Spätestens hier wird deutlich: Schnarchen ist nicht immer nur ein Geräuschproblem.
Wenn die Nacht zur Arbeit für den Körper wird
Ist die Atmung im Schlaf immer wieder erschwert oder unterbrochen, kann sich die Sauerstoff- und Kohlendioxidversorgung verändern. Der Körper muss reagieren und wird immer wieder aktiviert.
Das kann Stress für das Nervensystem bedeuten und auch das Herz-Kreislauf-System belasten.
Genau hier wird das Thema für mich als Logopädin besonders interessant. Unser Gehirn braucht erholsamen Schlaf und eine stabile Versorgung. Das ist wichtig für Aufmerksamkeit, Denken, Gedächtnis, Sprache und Kommunikation.
Vielleicht ist deshalb die entscheidende Frage nicht nur: Wie viele Stunden habe ich geschlafen? Sondern: Wie viel Arbeit musste mein Körper während dieser Nacht leisten?
Denn Schlafzeit ist nicht automatisch Erholung.
Wann Schnarchen abgeklärt werden sollte
Schnarchen muss nicht immer etwas Dramatisches bedeuten. Aber es sollte ernst genommen werden, wenn weitere Auffälligkeiten dazukommen.
Wichtig: Beobachtete Atemaussetzer, nächtliches Luftschnappen, auffällige Atempausen oder starke Tagesmüdigkeit sollten ärztlich oder schlafmedizinisch abgeklärt werden.
Auch wenn du regelmäßig morgens nicht erholt aufwachst, obwohl du ausreichend geschlafen hast, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Wenn du weißt, dass du schnarchst
Wenn du weißt, dass du schnarchst und morgens trotz ausreichend Schlaf nicht erholt aufwachst, kann ein genauer Blick auf deine Schlafsituation sinnvoll sein.
Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf deine Schlafsituation. Zunächst geht es darum, zu verstehen, was in deiner Nacht passiert und welcher nächste Schritt für dich sinnvoll sein kann.
Hier kannst du dein Erstgespräch vereinbaren →
