Schlafprobleme und das verlorene Vertrauen in den eigenen Körper

18.01.2026

Am Anfang ist es oft nur eine Phase.
Ein paar schlechtere Nächte.
Man nimmt es hin. Schiebt es auf Stress, Gedanken, das Leben.

Der Schlaf fehlt – aber noch wirkt es nicht bedrohlich.
Man denkt: Das regelt sich wieder.


Wenn Schlaf auffällig wird

Irgendwann verändert sich etwas.
Die schlaflosen Nächte häufen sich.
Man beginnt, genauer hinzuschauen.

Abends wird gerechnet.
Nachts wird kontrolliert.
Morgens wird analysiert.

Der Schlaf ist nicht mehr einfach da –
er wird
zum Thema.


Die Suche nach schnellen Hilfen

Dann beginnt die Suche.
Tipps, Tricks, Routinen.
"Mach dies." – "Lass das weg." – "So schläfst du garantiert besser."

Man probiert vieles aus.
Mit Hoffnung.
Mit dem inneren Gefühl: Jetzt habe ich es verstanden.

Und man glaubt:
Der Schlaf kommt zügig zurück.

Doch oft tut er es nicht.


Wenn selbst Hilfsmittel nicht helfen

Ich habe vieles versucht:

  • Melatonin

  • Aminosäuren wie Tryptpophan
  • Ashwagandha

  • pflanzliche Mischungen

  • eine neue Matratze

  • eine schwerere Decke

  • Trittico

  • sogar Schlafrestriktion – was, ehrlich gesagt, grausam war

Nichts davon hat dauerhaft geholfen.
Manches schien kurzfristig zu wirken – dann wieder nicht.
Auch die Schlafmittel wirkten oft nicht zuverlässig.

Und das hat mich tief verunsichert.

Ich war frustriert.
Verzweifelt.
Und verstand nicht, warum es bei mir nicht funktionierte.

Ich fragte mich:
Was läuft bei mir falsch?
Warum klappt es bei anderen – nur bei mir nicht.

Aber klappt es bei anderen wirklich besser?


Der Punkt, an dem Vertrauen kippt

Hier verliert sich oft etwas Entscheidendes:
das Vertrauen.

In den eigenen Körper.
In das Nervensystem.
In den Schlaf selbst.

Man klammert sich an jeden Strohhalm.
Versucht noch mehr.
Denkt noch mehr.
Will es endlich richtig machen.

Und genau hier fühlt es sich an, als würde der Körper einen im Stich lassen.

Doch das tut er nicht.


Was wirklich passiert

Was hier passiert, ist kein Defekt.
Sondern ein überfordertes System.

Der Schlaf wird zum Leistungsziel.
Der Körper gerät unter Beobachtung.
Das Nervensystem bleibt in Alarmbereitschaft.

Nicht, weil du etwas falsch machst.
Sondern weil Sicherheit verloren gegangen ist.


Warum ich das klassische Schlafcoaching ergänzt habe

Ich habe viele Ansätze ausprobiert – auch klassisches Schlafcoaching.
Diese Modelle arbeiten meist
top-down:
Vom Kopf über das Verhalten zum Körper.

Das kann hilfreich sein – aber für mich fehlte etwas.
Mein Körper war nicht bereit, mitzuspielen.
Ich fühlte mich übergangen, nicht mitgenommen.

Was mir den Schlaf zurückbrachte, war ein ergänzender Weg:
bottom-up – über den Körper.
Über Atem, Spüren, Raum, Regulation.
Nicht gegen den Kopf – sondern
mit dem Körper zusammen.

So entstand nach und nach etwas, das ich heute Schlafvertrauen nenne.
Nicht perfekt. Aber tragfähig.


Die 6 Puzzlestücke des Schlafvertrauens

Schlafvertrauen entsteht nicht durch Kontrolle.
Es wächst durch Wiederholung, Sicherheit und Verständnis.
Und manchmal hilft es, diesen Prozess in kleine Teile zu gliedern.

In den nächsten Tagen teile ich 6 Puzzlestücke mit dir.
Ruhig. Wiederholend. Ohne Druck


Die Puzzlestücke im Überblick:

  1. Atmung
    Die Grundlage – Atem spüren, Rhythmus finden, Ruhe vorbereiten.

  2. Nervensystem
    Die Steuerzentrale – Regulation über Atem, Körper, Raum und Orientierung.

  3. Sicherheit im Körper
    Getragen sein – Bodenkontakt, Schwere, Wärme, Loslassen.

  4. Gedanken
    Mentale Entlastung – Grübeln lösen, Druck reduzieren.

  5. Rituale
    Abendliche Sicherheit – wiederkehrende Signale wie Zunge am Gaumen.

  6. Integration
    Vertrauen leben – alles zusammenfügen, Schlaf geschehen lassen.


Jedes dieser Puzzlestücke schauen wir uns in den nächsten Tagen einzeln an.
Kurz. Verständlich. Nervensystemfreundlich.

🧭 Der Workshop ist ein Raum zum Verstehen & Einordnen – kein Übungsprogramm.

Wenn du magst, begleite ich dich durch diese Woche.
Sanft. Wiederholend. Mitfühlend.