
Warum Entspannung allein nicht reicht - was dein Nervensystem für besseren Schlaf braucht.
Es gibt diese Phase, in der man vieles ausprobiert:
ein bisschen Atmung, ein bisschen Dehnen, ein bisschen Tee, ein bisschen früher ins Bett.
Und trotzdem bleibt dieses Gefühl: Der Körper will nicht wirklich loslassen.
Wenn du das kennst, ist das kein Zeichen von Unfähigkeit.
Oft ist es ein Hinweis darauf, dass dein Nervensystem nicht einfach mehr Entspannung braucht –
sondern mehr Verständnis und mehr Zeit, um Sicherheit zu erfahren.
Warum Verständnis für deinen Körper wichtiger ist als mehr Entspannung
Langfristige Veränderung beginnt nicht mit der perfekten Technik.
Sondern mit einem feineren Gespür für den eigenen Körper.
Ein Nervensystem, das lange unter Stress stand, reagiert nicht linear.
Es prüft ständig: Ist es wirklich sicher? Bleibt es ruhig? Oder muss ich gleich wieder reagieren?
Dein Körper ist dabei ein bisschen wie eine scheue Katze.
Sie lässt sich nicht auf Knopfdruck streicheln.
Sie beobachtet aus der Distanz, zieht sich zurück, kommt vorsichtig näher –
und verschwindet wieder, wenn etwas zu schnell oder zu viel wird.
Genauso verhält sich ein sensibles Nervensystem.
Es braucht Geduld, Vorhersehbarkeit und Wiederholung, um Vertrauen zu fassen.
Und ganz am Anfang ist es oft schon ein wichtiger Schritt, überhaupt wahrzunehmen:
Was passiert in mir gerade? Wo wird es enger? Wo wird es weicher?
Verständnis ist kein "nur Denken" – es ist ein ruhiges In-Kontakt-Kommen.
Warum gelegentliche Entspannung bei Schlafproblemen oft nicht ausreicht
Entspannungsübungen können sich im ersten Moment gut anfühlen.
Und sie haben ihren Platz.
Doch wenn dein System über längere Zeit im Schutzmodus war, reicht ein einzelner Impuls oft nicht aus.
Anfangs kann es sogar passieren, dass kleine Veränderungen wieder Unruhe auslösen:
-
ein neuer Reiz
-
ein ungewohnter Ablauf
-
eine scheinbar harmlose Abweichung
Nicht, weil etwas falsch läuft.
Sondern weil dein Körper sehr wachsam ist – und lieber einmal zu viel schützt als einmal zu wenig.
Sicherheit entsteht hier nicht durch Abwechslung,
sondern durch Verlässlichkeit und immer wieder Anbieten.
Letztlich entscheidet dein Nervensystem in seinem Tempo, wann es bereit ist, den Schutzmodus ein Stück loszulassen.
Und dieses Tempo ist nicht immer leicht auszuhalten – weil wir Veränderung am liebsten von heute auf morgen hätten.
Wenn dein Kopf nicht ruhig wird (und du am liebsten abbrechen willst)
Gerade am Anfang passiert oft Folgendes: Du machst eine Übung – und statt Ruhe kommen noch mehr Gedanken. Viele schließen dann daraus: "Ich kann das nicht." Und brechen ab. Mir erging es anfangs nicht anders.
Dabei ist das keineswegs ein Zeichen, dass du unfähig bist. Sondern ein Zeichen, dass dein Nervensystem noch sehr wachsam ist. Wenn der Körper beginnt, ein kleines Stück loszulassen, versucht der Kopf manchmal, wieder Kontrolle herzustellen – durch Denken, Planen, Grübeln.
Typisch in dieser Phase:
-
Gedanken werden lauter, sobald es stiller wird
-
du willst "es richtig machen" und wirst dabei innerlich unruhiger
-
du merkst: Mein Körper will Ruhe – aber mein Kopf zieht nach
Wichtig: Das Ziel ist nicht, den Kopf sofort ruhig zu bekommen.
Das Ziel ist, dem Nervensystem zu zeigen: Auch mit Gedanken darf es sicherer werden.
Darum hilft oft ein Perspektivwechsel:
Nicht "Gedanken weg", sondern "Gedanken da – und ich bleibe trotzdem freundlich bei mir".
Genau so entsteht nach und nach Verlässlichkeit.
Warum dein Nervensystem Zeit braucht, um loszulassen
Viele wünschen sich, dass der Körper am Abend einfach umstellt: von Anspannung zu Ruhe.
Doch Nervensysteme, die lange funktionieren mussten, lassen nicht sofort los – nicht aus Trotz, sondern aus Schutz.
Loslassen ist ein langsames Öffnen.
Der Körper gibt Kontrolle erst dann ab, wenn er oft genug erlebt hat:
Es bleibt ruhig. Es bleibt überschaubar. Ich muss nicht reagieren.
Wie bei der scheuen Katze bedeutet das:
-
nicht greifen
-
nicht drängen
-
nicht ständig Neues ausprobieren
Sondern präsent bleiben.
Ruhig. Wiederholbar.
Kleine Signale, immer wieder ähnlich –
so entsteht mit der Zeit Vertrauen.
Und aus Vertrauen kann Regulation wachsen.
Für Menschen, die nicht nur verstehen, sondern wieder schlafen möchten.
Die Mikro-Routinen, die ich in den kommenden Tagen auf Instagram und Facebook teile, sind ein Angebot für den Alltag.
Sie wirken nicht durch Perfektion, sondern durch wiederholtes, sanftes Anbieten.
Manchmal entsteht dabei jedoch das Bedürfnis nach mehr Einordnung:
Warum reagiert mein Körper so?
Was bedeutet das für meinen Schlaf?
Und woran merke ich, ob ich gerade dranbleiben oder eher innehalten sollte?
Der Workshop ist kein Trainingsprogramm.
Er ist ein Raum für Impulse, Verständnis und Orientierung.
Wir schauen gemeinsam auf Stress, Nervensystem und Schlaf,
klären Fragen und schaffen ein erstes, ruhiges Verständnis dafür,
wie dein Körper Sicherheit aufbaut – und wie Begleitung dabei aussehen kann.
Für manche ist das ein einzelner Impuls.
Für andere der Beginn von mehr Vertrauen in den eigenen Weg.
👉 Wenn du möchtest, hole dir hier Infos zum kommenden Workshop und melde dich an.
Ich würde mich freuen, dich zu sehen.
